Tödliche Häppchen – Tatort Ludwigshafen – Folge 822

by on 1. Januar 2012

Neben einer Straße liegt die Leiche von einer jungen Frau namens Steffi Pietsch (Idil Üner). Zuerst sieht alles nach einem Selbstmord aus, doch ihre Kleidung ist zerschnitten, was deutlich auf ein Verbrechen hinweist. Die beiden Hauptkommissare Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) haben in der Nacht bereits die Tochter der toten Steffi aufgegriffen, die verzweifelt auf der Suche nach ihrer Mutter gewesen ist.

Tödliche Häppchen - Tatort Ludwigshafen

Tödliche Häppchen - Tatort Ludwigshafen / Bild: SWR/Krause-Burberg

Die ersten Ermittlungen ergeben, dass es sich um einen Mord handelt, der nach Selbstmord aussehen sollte. Der Täter muss sie also gut gekannt haben. Verdächtig sind demnach sowohl ihr Ex-Mann Richard (Kai Scheve) und dessen Freundin Claudia (Kathrin Kühnel). Kopper nimmt sogar Tanzunterricht, um einen Kontakt zu Claudia herzustellen. Steffi arbeitete bei einem Schlachthof mit Großküche und die Ermittler aus Ludwigshafen gehen auch dort auf Spurensuche. Die Tote war bei ihren Kollegen nicht sehr beliebt. Sie hatte anscheinend genug Feinde, denn sie litt an Verfolgungswahn und beklagte vieles. Doch wer hatte ein Mordmotiv, Steffi umzubringen?

Sebastians Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆
Im Neujahrstatort „Tödliche Häppchen“ gehen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) unter die Schweine. Sie suchen im Umfeld einer Fleischproduktions- und Fleischverwertungsfirma nach Ungereimtheiten, welche das Motiv für ihren aktuellen Mordfall darstellen könnten. Die schauspielerische Leistung aller Mitwirkenden ist sehr übersichtlich, was zum Großteil an den mageren Mono- und Dialogen zu begründen ist. Der Plot kann leider ebenfalls nicht überzeugen. Das Erzähltempo ist sehr gering, die Geschichte leicht vorhersehbar und Spannung will auch nicht aufkommen. Kamera und Bild sind immerhin recht ansprechend gestaltet.

Insgesamt ist „Tödliche Häppchen“ eine reichlich dröge und langsame Episode, die zwar ein wichtiges Thema aufgreift, es aber nicht schafft diese in einen anständigen Krimi zu verwandeln. Tröstlich sind die wenigen humorvollen Szenen und Ideen. Ein Verhör, während Ermittler und Zeugin Tango tanzen ist zwar keine komplette Neuerfindung, aber eine schöne Idee. Leider ist der ARD/SWR somit kein guter Start ins Tatort-Jahr 2012 gelungen und es bleibt zu hoffen, ob Ballauf und Schenk mit “Keine Polizei” (Tatort-Köln, WDR) das Ruder nächste Woche schon herumreißen können.

Majas Bewertung: ★★☆☆☆☆☆☆☆☆
Der SWR startet mit seiner Tatort-Folge “Tödliche Häppchen” mehr als unspektakulär ins neue Jahr. Eine Folge ohne besonderen Höhen und Tiefen, langweilig von vorne bis hinten und wer sich heute Spannung erhofft hat, wurde enttäuscht. Die Hauptkommissare Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) können mit ihren Leistungen nicht glänzen und fallen höchstens noch mit ihrer immer gleichen Mimik in ihren Fällen auf. Die beiden haben meiner Meinung nach ausgedient und der Tatort Ludwigshafen schreit schon fast nach einem neuen Konzept – oder zumindest nach wirklich spannenden Drehbüchern und Verfilmungen mit weniger Klischees. Die Ermittlungen ziehen sich unnötig in die Länge und ein Verhör reiht sich an das nächste.

Muss das Thema rund um Fleischproduktion und -verarbeitung im Schlachthof unbedingt in einem deutschen Krimi thematisiert werden? Ich denke nicht. Die Tatort-guckenden Twitterer machen sich über die Internetplattform und Facebook-Adaption Nogbook lustig. Mit Recht! Zudem sind die Domains nogbook.de und nogbook.com auf die Filmunterseite des SWR weitergeleitet…

Wirklich gut gefallen hat mir die zum Tatort komponierte Musik, die zwar relativ spärlich eingesetzt wurde, dafür aber meinen persönlichen Geschmack getroffen hat. Alles in allem war der Tatort “Tödliche Häppchen” kaum unterhaltsam. Schade. Wir können also nur auf sehenswertere Folgen 2012 hoffen.

Sendeinformationen
Sendelänge: ca. 90:00
Drehbuch – Josh Broecker, Frauke Hunfeld
Regie – Josh Broecker
Erstsendung – 01.01.2012
Produktionssender – SWR
Arbeitstitel – Eisige Zeiten
Produktionsfirma – Maran Film
Bildformat – 16:9
Redaktion – Melanie Wolber, Manfred Hattendorf
Drehort – Ludwigshafen, Baden-Baden, Karlsruhe, Freiburg, Saarbrücken

Besetzung
Hauptkommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Hauptkommissar Mario Kopper – Andreas Hoppe
Kriminaltechniker Peter Becker – Peter Espeloer
Frau Keller – Annalena Schmidt
Sonja Römer (Gerichtsmedizinerin) – Brigitte Zeh
Richard Pietsch – Kai Scheve
Elke Schmitz – Bernadette Heerwagen
Lotte Pietsch – Isabella Roland
Steffi Pietsch – Idil Üner
Holger Hermanns – Johannes Zirner
Johanna Steinhauer – Floriane Daniel
Dr. Rudolph (Veterinär) – Ole Puppe
Claudia Kröger – Kathrin Kühnel
Dr. Schmitz-Gräter – Felix Vörtler
Silke – Ildiko Preszly
Susi – Nadja Zwanziger
N.N – Helga Bellinghausen
N.N – Ulrich Cyran
N.N – Ralf Müller
N.N – Jochen Liess
N.N – Jochen Stern
N.N – Fabienne Trüssel
N.N – Bianca Spiegel
N.N – Martin Barth
N.N – Constanze Weinig

Stab
Aufnahmeleitung – Thorsten Tritthardt
Aufnahmeleitung – Volker Stappenbeck
Außenrequisite – Markus Lorenz
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Martin Kraus
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Alexander Warth
Continuity – Dagmar Zeisberg
Garderobe – Anika Witte
Herstellungsleitung – Michael Reusch
Innenrequisite – Diana Wagner
Kamera – Cornelia Wiederhold
Kameraassistenz – Lena Crecelius
Kameraassistenz – Simon Sturzenegger
Kostüme/Kostümbild – Claudia Unger
Location Scout – Pamela Schmidt
Maske/Maskenbildner – Martina Hartmann
Maske/Maskenbildner – Tony Longequeue
Mischung – Wolfgang Ort
Musik/Filmkompositionen – Ulrich Reuter
Oberbeleuchter – Volker Manz
Producer – Sebastian Hünerfeld
Produktionsleitung – Jürgen Weissenrieder
Produktionsleitung – Daniele Fritz
Produzent – Sabine Tettenborn
Regieassistenz – Michel Vrinten
Requisite – Désirée Willmann
Schnitt – Katja Habermehl
Sounddesign – Julia Tonseca
Standfotografie – Jaqueline Krause-Burberg
Szenenbild – Klaus R. Weinrich
Ton/Filmtonmeister – Peter Tielker

Weitere Meinungen und Rezensionen

Hannoversche Allgemeine: Das Thema der Fleischproduktion und -verwertung hätte trotz all der Vorhersehbarkeit das Zeug für einen kritisch reflektierten Krimi gehabt. Doch leider ist „Tödliche Häppchen“ weder das eine noch das andere, weder spannend noch klug.

Märkische Allgemeine: Doch wie immer, wenn es ans Rätseln und Kombinieren in diesem Fall geht, kommen Frauke Hunfeld (Buch) und Josh Broecker (Buch, Regie) uns Zuschauern zuvor. Lassen sie Lena und Kopper jetzt von Mord statt von Selbstmord reden, noch bevor wir Zuschauer selbst auf diesen Trichter kommen. Das geht 90 Minuten so. Erklärungen, Reflektionen, Geistesblitze. Verpackt in wohlfeile Mono- und Dialoge.

Westdeutsche Zeitung: Die durchaus spannende, wenn auch an möglichen Tätern etwas überfrachtete Folge der Krimireihe begnügt sich allerdings mit den gängigen Klischees. So vergeht beim Betrachten von Videos, die die Tierschützerin im Schlachthaus gedreht hat, selbst der hartgesottenen Lena Odenthal der Appetit auf Fleisch.

Stadtneurotiker hat den heutigen Tatort “Tödliche Häppchen” live kommentiert!

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