Schwarze Tiger, weiße Löwen – Tatort Hannover – Folge 820

by on 11. Dezember 2011

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In der ländlichen niedersächsischen Idylle wird ein unauffälliger Mann ermordet aufgefunden. Seine Ehefrau Martina Käster (Michaela Casper) kann nicht begreifen, welches Motiv hinter dem Mord an ihrem Mann stecken und wer ihn umgebraucht haben könnte. Hauptkommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) beginnt die Ermittlungen und erfährt, dass der Tote ein Doppelleben führte von dem niemand wusste.

Schwarze Tiger weiße Löwen Tatort Hannover

Schwarze Tiger, weiße Löwen - Tatort Hannover / Bild: NDR/Roland Suso Richter

In einem Wochenendhaus am Waldrand findet die Ermittlerin Fotos von einer jungen Frau und einige Kinderspielsachen. Alles deutet auf eine Zweitfamilie des sonst so unauffälligen und braven Ehemanns hin. Doch als Charlotte Lindholm beginnt nach der unbekannten Frau zu suchen, stößt sie auf immer neue Widersprüche. Plötzlich ist der Fall ganz anders, als er zu Beginn schien…

Sebastians Bewertung: ★★★★★★★☆☆☆
In „Schwarze Tiger, weiße Löwen“ begibt sich Kriminalhauptkommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) auf die Jagd nach einem Serienentführer. Die schauspielerische Leistung der beliebtesten Deutschen Fernsehdarstellerin kann sich sehen lassen. Auch der Plot bietet einige Spannung und interessante Wendungen, wenn auch hin und wieder ein paar dramaturgische Längen auftauchen. Als nervig erweist sich der Seitenhandlungsstrang zwischen Charlotte und ihrem neuen Lover Jan Liebermann (Benjamin Sadler). Kamera und Bild sind ansprechend, auch wenn sie ohne besonders stilvolle Elemente auskommen. Die Ausstattung hatte besonders an den Tatorten ihre helle Freude und kann mit wenigen Elementen wirksame Effekte setzen.

Insgesamt ist dem NDR mit „Schwarze Tiger, weiße Löwen“ ein guter Tatort gelungen, aus dem insgesamt dennoch mehr herauszuholen gewesen wäre. Der Plot ist gut durchdacht und authentisch, leidet aber ein wenig durch die phasenweise Trantutigkeit der Ermittler. Dass sie der Täter am Ende nochmal eine Polizeiwaffe schnappen kann und somit nochmal für „Spannung“ sorgt, war wieder einmal komplett überflüssig. Dennoch bot dieser Tatort gute Unterhaltung und verdient das Prädikat sehenswert.

Majas Bewertung: ★★☆☆☆☆☆☆☆☆
Wie gewohnt im Tatort Hannover spielt auch die Folge “Schwarze Tiger, weiße Löwen” mitten im Grünen. Der Mord passiert erst nach fünf unspektakulären Minuten und fast genauso unspektakulär geht es weitere 85 Minuten weiter. Die durchweg ruhige eintönige Musik unterstreicht die Beschaulichkeit des ländlichen Niedersachsens und zieht sich durch den gesamten Fall.

In der ersten halben Stunde passiert rein gar nichts, die Ermittlungen gehen nur langsam voran und Charlotte ist wie so oft die Ruhe selbst und in ihre Arbeit vertieft. Dann nimmt die Aufklärung des schrecklichen Verbrechens langsam Formen an, doch leider kommt keine Spannung auf und der Zuschauer ist eher gelangweilt als von der grausamen Tat schockiert. Auch Lindholms Romanze mit Jan Liebermann (Benjamin Sadler) passt nicht zur Story und zeigt nur wieder einmal das Privatleben der Kommissarin. Etwas hektischer ist einzig und allein Kommissarin Sigrid Malchus (Inka Friedrich), die schon rein äußerlich weder aufs Land noch an die Seite von Hauptkommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) passt. Top gestylt bricht ihr nicht nur einmal der Absatz ihrer Schuhe ab.

Insgesamt ist der Tatort “Schwarze Tiger, weiße Löwen” monoton und trist. Auch der Wandel im Fall kann kaum etwas an der gesamten Umsetzung ändern geschweige denn die verlorene Spannung aufbauen.

Sendeinformationen
Sendelänge: 90:00
Drehbuch – Ulrike Molsen, Eoin Moore
Regie – Roland Suso Richter
Erstsendung – 11.12.2011
Produktionssender – NRD
Produktionsfirma – Nordfilm GmbH
Drehort – Hannover, Buchholz/Nordheide, Lüneburg, Winsen (Luhe)
Bildformat – 16:9
Redaktion – Danilea Mussgiller

Besetzung
Hauptkommissarin Charlotte Lindholm – Maria Furtwängler
Kommissarin Sigrid Malchus – Inka Friedrich
Jan Liebermann – Benjamin Sadler
Martina Käster – Michaela Casper
Lilli Fichte – Janina Stopper
Gregor Martens – Christian Berrmann
Paul Schrader – Max Hegewald
Diana Martens – Hanna Scheibe
Emma Martens – Talessa Allegra Scheithauer
Kaninchenbesitzer – Jean Denis Römer
Polizeimeister Sikter – Peter Becker
Verpächter – Lutz Herkenrath
Hotelmanager – Andreas Dobberkau
Christine Klar – Claudia Funke
Sven Hofer – Thomas Lehmann
Abschleppfahrer – Peter Anders
N.N – Maris Strauß
N.N – Wiebke Frost
N.N – Burkhard Schmeer
N.N – Manfred Möck

Stab
Assistent der Set-AL – Dennis Gutzeit
Assistent der Set-AL – Ricarda Höhn
Assistent der Set-AL – Isabell Wulff
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Hannes Casper
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Henning Blum
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Florian Birch
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Stefan Diercks
Besetzung/Casting – Mai Seck
Besetzung/Casting – Patrick Dreikauss
Dramaturgie – Ilka Förster
Erster Aufnahmeleiter – Christoph Heitmann
Garderobe – Erika Haertel
Garderobe – Mirjam Tschochner
Herstellungsleitung – Jan M. Kremer
Innenrequisite – Meike Sudholz
Kamera – Matthias Fleischer
Kamerabühne – Claus Gerling
Kamerabühne – Erik Weiß
Kameraassistenz – Florian Ritter
Kameraassistenz – Ludwig Reuter
Kindercoaching – Patrick Dreikauss
Kostümbildassistenz – Susanne Bender
Kostüme/Kostümbild – Katrin Schäfer
Location Scout – Hagen Diercksen
Maske/Maskenbildner – Fe Ferber
Maske/Maskenbildner – Simone Rademacher
Maske/Maskenbildner – Lea Gerling
Motivaufnahmeleitung – Philipp Pemöller
Motivaufnahmeleitung – Hagen Diercksen
Musik/Filmkompositionen – Matthias Klein
Oberbeleuchter – Torsten Lemke
Producer – Nico Grein
Produktionsassistenz – Sonja Meyer
Produktionsfahrer – Florian Muche
Produktionsfahrer – Tim Soltau
Produktionsfahrer – Christopher Link
Produktionsleitung – Patrick Brandt
Produktionsleitung – Viola von Liebieg
Produzent – Marcus Mende
Regieassistenz – Sven Fehrensen
Requisitenfahrer – Achim Grodd
Schnitt – Bernd Schlegel
Script – Ulrich Sack-Bernstiel
Set-Aufnahmeleitung – Eric Schwarz
Steadicam – Alex Traumann
Szenenbild – Peter Bausch
Szenenbild – Marion Strohschein
Ton/Filmtonassistenz – Tobias Krause
Ton/Filmtonmeister – Matthias Wolf

Weitere Meinungen und Rezensionen

Evangelisch.de: “Man öffnet eine Klappe, und dahinter tut sich ein Abgrund hinter der bürgerlichen Fassade auf”: Dieser Satz von Regisseur Roland Suso Richter trifft exakt den Kern dieses lange Zeit völlig undurchsichtigen Krimis aus Niedersachsen, in dem praktisch alle Figuren ein wenig neben der Spur sind.

Quotenmeter: Beklemmend subtil, dabei aber niemals abwegig oder auch nur anstößig, gräbt sich die Handlung immer tiefer ein in den Sumpf eines Kinderschänders und den Morast von Nachbarn und Bekannten, die sein Treiben jahrelang offenbar nur hinter vorgehaltener Hand abscheulich fanden.

Märkische Allgemeine: Hin und hergerissen, müssen wir mit ansehen, wie auch Kommissarin Lindholm – die Mutter, die Liebende – ihre Contenance verliert. Ein empathisches Schauspiel der Furtwängler.

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Schwarze Tiger, weiße Löwen - Tatort Hannover - Folge 820, 5.1 out of 10 based on 12 ratings
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{ 5 comments… read them below or add one }

swanro Dezember 11, 2011 um 21:01

Für mich ein guter Tatort. Das Privatleben, naja, das war nicht nötig. Oder vielleicht doch, als Kontrast zu diesem anderen Leben. Ich finde die Problematik war gut aufbereitet und das langsame Tempo und die Musik unterstrichen das. Ja, die Lindholm. Viel früher hätte in diesem Fall eine Polizeipsychologin hinzu gezogen werden müssen.
Fazit: Der Tatort ging an die Nieren, weil man ja weiß, dass es das wirklich gibt und es nicht dem kranken Hirn eines Drehbuchschreibers entspringt.
Anfangs sah es nicht so aus aber am Ende muss ich sagen, Frau Friedrich hat Frau Furtwängler doch ein wenig die Schau gestohlen.

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gregor Dezember 11, 2011 um 21:20

Wie die Ungeheuerlichkeit des Falles in einer einzigen Szene eingefangen wird, auf wenigen Quadratmetern Beton, in einem viel zu engen Verliess, wird nur selten in Tatorten gesehen. Einer der Tatorte des Jahres. http://kommentatort.ch/2011/12/11/kommentatort-23/

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Josef Dittrich Dezember 13, 2011 um 01:19

Musik

Die hat mir diesmal – obwohl so geeignet, dass sie sich nie in den Vordergrund spielt – besonders gut gefallen.

Leider weiß ich nicht mehr, wann, aber an irgendeiner Stelle ist dabei offenbar nicht szenenbezogen durchkomponierte oder zumindest so verwendete reine Handlungsbegleitung zu hören, sondern offenbar eine gesonderte, feine Jazz(combo)-Nummer mit klarer und Struktur aus Melodie, Improvisation.

Stammt die auch von Matthias Klein?

Und ist die sonstwo zu finden?

Neugierige Grüße,
Joe Dittrich

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Kollath Ole März 19, 2012 um 18:03

Hallo,
möchte bitte mal bei einem Tages dreh dabei sein eventuell auch als Kompase.Vieleicht wäre das ja mal möglich
vielen Dank
O.Kollath

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Redaktion März 19, 2012 um 19:14

Hallo Ole,
wir sind ein rein privates Blog und haben keinen Einfluss auf die Drehs der ARD bzw. der Dritten Programme. Bitte wende Dich direkt an den entsprechenden Sender.
Tatort News Redaktion

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