Es ist böse – Tatort Frankfurt – Folge 836

by on 22. April 2012

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In Frankfurt ist ein grausamer Mord geschehen. Zu diesem werden die beiden Hauptkommissare Frank Steier (Joachim Król) und Conny Mey (Nina Kunzendorf) gerufen. Mey, die gerade einen Selbstverteidigungskurs für Frauen gibt, muss diesen deshalb unterbrechen. Die Ermittler finden vor Ort die Leiche der Prostituierten Ramona Förster. Ebenfalls am Tatort taucht auch  Kommissar Seidel (Peter Kurth) auf, der eine neue Chance erhalten hat und die Hauptkommissare bei diesem Fall unterstützen soll.

Es ist boese - Tatort Frankfurt

Es ist boese - Tatort Frankfurt / Bild: HR

Vom unseriösen Klatschreporter Kurt Eggers (Martin Kiefer) erfährt Seidel dann, dass sich im nahegelegenen Offenbach vor einem halben Jahr ein ähnlich gelagerter Fall zugetragen haben soll. Es könnte sich also demnach um einen Serientäter handeln, der es auf Prostituierte abgesehen hat. Währenddessen ermahnt Steier die Kollegin Mey, sich nicht zu tief in den Fall hineinzuversetzen und emotionale Distanz zu wahren. Er hat Angst, dass Mey sich wieder zu einer ihrer bekannten Soloaktionen hinreißen lassen wird und die objektive Fallbetrachtung verliert.

Conny Mey hat auch schon einen Tatverdächtigen ausgemacht, dem sie bereits auf der Spur ist. Dabei handelt es sich um Försters Exmann Markus (Uwe Bohm), der zur Tatzeit anscheinend beim Opfer gewesen war. Als sich die Lage auf einen Verdächtigen zuzuspitzen droht, geschieht ein weiterer Mord und Förster ist durch ein Alibi fein raus. Derweil widmet sich Steier in Ruhe weiteren Detailanalysen. Doch Mey geht das nicht schnell genug, deshalb nimmt sie den Wettlauf mit dem Täter an, auch wenn dieser Fall an ihren Nerven und ihrer Einstellung zum Polizistendasein zerren wird.

Sebastians Bewertung: ★★★★★★★★☆☆
Im neuen Frankfurter Tatort „Es ist böse“ sind die beiden Hauptkommissare Frank Steier (Joachim Król) und Conny Mey (Nina Kunzendorf) auf der Spur eines Serientäters. Die schauspielerische Leistung der Darsteller ist ausgezeichnet, die Charaktere werden aber auch vom Buch sehr realistisch gezeichnet. Auch die Nebendarsteller rund um Uwe Bohm können mit ihren Auftritten überzeugen. Der Plot lässt keine Wünsche an einen spannenden Tatort offen und kann die emotionsgeladene Atmosphäre trotz geringem Erzähltempo über die gesamte Spieldauer aufrechterhalten. Leider fehlen Witz und humorvolle Dialoge vollkommen. Die Kamera agiert sehr personenbezogen und verfolgt die Handelnden auf Schritt und Tritt. Die Bildsprache setzt auf geringe Kontraste und gezielt eingesetzte Unschärfe. Die zumeist dunklen Szenen sind kurz und prägnant geschnitten.

Insgesamt geht das Erfolgskonzept des neuen Frankfurter Tatort-Teams ein weiteres Mal auf. Auch „Es ist böse“ ist einem echten Fall nachempfunden und macht den Krimi deshalb so realistisch, ohne Klischees zu besetzten oder zu überzeichnen. Auf der Strecke bleibt lediglich der Humor und die gesellschaftliche Relevanz, welche von vielen anderen Tatort-Teams so oft propagiert wird. Insofern erinnert der Frankfurter Tatort eher an eine deutsche Version von „CSI“, als einen klassischen Tatort. Hoffen wir, dass die nun so hohen Erwartungen an das Ermittlerteam auch weiterhin erfüllt werden können und auch der Humor wieder Einzug in die Drehbücher erhält.

Majas Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆
Schon die erste Szene des Frankfurter Tatort “Es ist böse” wirft eine Menge Fragen auf. Und auch die nächsten Szenen verwirren und lassen zuerst kaum einen Zusammenhang zu. Die beiden Hauptkommissare Frank Steier (Joachim Król) und Conny Mey (Nina Kunzendorf) wachsen mehr und mehr als Team zusammen und bekommen Unterstützung von Kommissar Seidel (Peter Kurth), dessen Kompetenzen kaum geklärt sind. Conny Mey macht einen Alleingang nach dem anderen und traut sich dabei so einiges zu. Generell ist ihre Ausdrucks- und vorallem auch Vorgehensweise bei den Ermittlungen sehr fragwürdig und rückt die Kriminalpolizei nicht gerade in ein gutes Licht. Kompetenz: Fehlanzeige! Sie geht forsch und oft mit einem sehr fordernden Unterton ans Werk und muss sich in dieser Folge außerdem gegen Seidel positionieren. Auch Frank Steier lässt sich auf das sprachliche Niveau seiner Kollegin hinab, was ihm nicht gut steht. Das Frankfurter Kommissariat scheint außerdem in den 80ern stehen geblieben zu sein, denn dort arbeitet man noch mit Overheadprojektor und bedruckten Folien. Professionalität würde dem gesamten Team gut stehen.

Die Bilder von Frankfurt sind durchweg grau und ohne Emotionen – passend zum Thema rund um die brutale Ermordung von Prostituierten. Einige Szenen sind durchaus spannend und lassen den Zuschauer immer wieder an der eigentlichen Handlung teilnehmen, die besonders in der ersten Hälfte immer wieder von den Streitigkeiten er Kommissare unterbrochen wird. Alles in allem ist der Tatort “Es ist böse” sehr durchwachsen, der Fall sehr verworren und die Ermittlungen der Kripo außer Rand und Band. Nachdem die letzten beiden Folgen aus Frankfurt begeisterten war dieser Tatort dilettantisch. Schade.

Sendeinformationen
Sendelänge: 88:30
Drehbuch – Lars Kraume
Drehbuchvorlage – Axel Petermann
Regie – Stefan Kornatz
Erstsendung – 22.4.2012
Produktionssender – HR
Arbeitstitel – Die Spur des Bösen
Drehort – Frankfurt/Main und Umgebung, Offenbach, Neu-Isenburg
Bildformat – 16:9
Redaktion – Liane Jessen, Jörg Himstedt

Besetzung
Hauptkommissar Frank Steier – Joachim Król
Hauptkommissarin Conny Mey – Nina Kunzendorf
Chef der Mordkommission – Gerd Wameling
Kommissar Seidel – Peter Kurth
Kurt Eggers – Martin Kiefer
Markus Förster – Uwe Bohm
N.N – Marc Bischoff
N.N – Lisa Wagner
N.N – Jale Arikan
Gunnar – Jochen Wigand
Polizist – Felix Lampert
Chefredakteur – Sascha Nathan

Stab
Kamera – Armin Alker
Kostüme/Kostümbild – Francesca Merz
Produktionsleitung – Uli Dautel
Regieassistenz – Anke Werner
Requisitenfahrer – Daniel Bengner
Standfotografie – Johannes Krieg
Szenenbild – Frank Prümmer

Weitere Meinungen und Rezensionen
FAZ: “Das letzte Drittel des Films, als klar scheint, wer hinter der Mordserie steckt, gerät zur Studie über menschliche Abgründe. Auch wenn kein Blut mehr fließt, ist das Grauen nicht weniger unerträglich.”

Welt.de: “”Es ist böse” kommt ohne die typischen Klischees deutscher Gutmenschen-Drehbuchautoren aus. Das ist erfrischend, auf der anderen Seite aber auch anstrengend. Tatsächlich muss man diesen Film gesehen haben.”

Sueddeutsche: “Petermanns Fachberatung sorgt dafür, dass die Spannung nie von überästhetisierten Bildern erzeugt wird, wie neulich beim Tatort aus Saarbrücken. Die Kamera bleibt nah bei den Menschen: den Opfern, den Verdächtigen, den Kommissaren. Was passiert, wenn einem das Böse begegnet?”

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