Alles hat seinen Preis – Tatort Berlin – Folge 833

by on 1. April 2012

Die Berliner Kommissare Till Ritter (Dominic Raacke) und Felix Stark (Boris Aljinovic) werden an einen Tatort gerufen. Im Büro eines Taxiunternehmens wurde der Chef Herbert Klemke erschlagen aufgefunden. Die Spurensuche und die Ermittlungen der Hauptstadtkommissare führen schnell zu einer Reihe von Verdächtigen, die mit dem Taxiunternehmer noch in der Tatnacht einen Streit hatten. Da wäre zum Einen Klemkes ehemaliger Angestellter Bülent Delikara (Oktay Özdemir), dem der Taxiunternehmer noch eine erhebliche Summe Geld schuldet. Zum Andreren hätte auch Ziska Zuckowski (Alwara Höfels) ein Motiv für die Tat, die in einer von Klemke vermieteten Immobilie mit Bruder Pit (Christian Blümel) den Feinkostladen der Eltern weiterführt. Da das Geld aber nicht reicht und der Laden nicht profitabel ist, konnten sie durch stark gestiegene Nebenkosten die Miete nicht mehr aufbringen. Auch Klemkes Tochter Dagmar (Nicolette Krebitz) ist für die Fahnder verdächtig, da sie mit einem großen Investment ihres Vaters unbedingt eine Tauchschule an in einem australischen Nobelstrand eröffnen möchte.

Alles hat seinen Preis - Tatort Berlin

Alles hat seinen Preis - Tatort Berlin / Bild: rbb/Daniela Incoronato

Von der Tat zutiefst getroffen zeigt sich nur Klemkes Sekretärin Edith Welziehn (Renate Krößner), die seit mehr als 40 Jahren für das Unternehmen gearbeitet hat und vor allem den menschlichen Verlust bedauert. Durch die weiteren Ermittlungen kommen Ritter und Stark dahinter, dass Klemkes Finanzberaterin der Hausbank eigenmächtig Transaktionen durchgeführt hat. Anscheinend hat Christa Meinecke (Tatjana Blacher) dafür auch die Konten des Taxiunternehmers genutzt. Verdächtig macht sie, dass Meinecke sowohl Tochter Dagmar, als auch Mieterin Ziska Zuckowsi kennt und über die finanziellen Nöte aufgeklärt ist. Auch Klemke muss dies kurz vor seinem Tod herausgefunden haben und wollte die Beteiligten noch am Tatabend zur Rede stellen. Doch waren die Geldtransaktionen tatsächlich die Fährte zum Mörder? Die Kommissare sind ratlos, denn noch laufen alle Spuren ins Leere, da die fraglichen Personen wasserdichte Alibis vorweisen können. Ritter und Stark sind sich aber absolut sicher: Der Täter muss aus Klemkes direktem Umfeld stammen…

Sebastians Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆
In „Alles hat seinen Preis“ gehen die Berliner Tatort-Kommissare Till Ritter (Dominic Raacke) und Felix Stark (Boris Aljinovic) dem Mord an einem Taxiunternehmer nach. Dabei hält sich die schauspielerische Leistung der Darsteller doch stark in Grenzen. Auch die Nebendarsteller können keine echten Akzente setzen. Nicolette Krebitz kommt zwar zu einem ihrer selten gewordenen TV-Auftritte, im Gedächtnis bleibt sie in ihrer Rolle als Tochter Dagmar Klemke aber nicht. Lediglich Renate Krößner (als Sekretärin Edith Welziehn) gibt dem Ensemble etwas Format und schafft es auf herzerfrischende Art die Zuschauer zu begeistern. Der Plot ist nicht gerade das, was man eine spannende und temporeiche Geschichte nennt. Ganz gemächlich plätschert die Handlung vor sich hin, so dass sich der Zuschauer anstrengen muss, um bei der Überführung des Täters noch wach zu sein. Die Kamera nutzt vor allem Close-Einstellungen und fängt damit die trägen Dialoge sicher ein. Die Musik setzt bewusste Akzente und ist gut abgestimmt worden.

Insgesamt hat der RBB mit „Alles hat seinen Preis“ einen klassischen Krimi im Stile der 70iger Jahre produziert, der wohl heutzutage kaum auf großen Anklang stoßen wird. Auch wenn die Geschichte gut erzählt ist, ergießt sich der Fall dann doch vorwiegend in einem langsamen, melancholischen Vollbad von Kiezromantik. Bedauernswert ist ebenfalls, dass Nicolette Krebitz in ihrer Nebenrolle völlig untergeht. Überdies hat der RBB erst diese Woche alle Fotos von Krebitz zurückgerufen. Anscheinend ist sie selbst auch nicht glücklich über diesen Auftritt. Nach den vielen vorherigen Folgen aus Berlin, die uns allesamt nicht so richtig überzeugen konnten, hätte dem RBB ein richtig starker Tatort gut zu Gesicht gestanden.

Majas Bewertung: ★★☆☆☆☆☆☆☆☆
Was soll man da eigentlich schreiben? Der Tatort “Alles hat seinen Preis” hatte verdammt wenig Handlung. Spannung – leider Fehlanzeige. Stattdessen wurden sinnlose Verhöre und langweilige Gespräche gezeigt. Der Mord an einem Taxiunternehmer verspricht auch nicht die riesen Story. Weder viel Blut noch Ironie oder Witz haben Einzug in diesem Tatort erhalten. Auch die schauspielerischen Leistungen sind eher bescheiden. Eine wirklich gute Figur macht allerdings Renate Krößner als Edith Welziehn, die Sekretärin des toten Taxiunternehmers Klemke. Sie spielt ihre Rolle großartig und bleibt bis zum Schluss geheimnisvoll. Und auch Nicolette Krebitz hat die Rolle der Dagmar Klemke gut gespielt. Beide Schauspielerinen konnten bereits in anderen Tatort-Folgen mitspielen und in unterschiedlichen Rollen überzeugen. Die beiden Hauptkommissare Till Ritter (Dominic Raacke) und Felix Stark (Boris Aljinovic) kommen in “Alles hat seinen Preis” kaum auf Touren – ihre Ermittlungen ziehen sich unendlich in die Länge und sie kommen nur häppchenweise weiter.

Die Kamera konnte einige interessante Einstellungen einfangen und Perspektiven festhalten, z.B. der AquaDom des Sea Life Berlin in der Lobby des Radisson Blu Hotels. Allerdings hätte der Tatort durchaus mehr Bilder aus der Hauptstadt vertragen können. Die vielen gezeigten Straßenkreuzungen und Szenen im Berufsverkehr hätten auch in jeder anderen Stadt gedreht werden können. Schade, denn Berlin hat weitaus mehr Kulisse zu bieten. Buntes Herbstlaub und Klaviersonaten geben dem Tatort zudem eine trostlose Stimmung.

Insgesamt ist der Tatort “Alles hat seinen Preis” kaum schönzureden und kostete wohl viele Zuschauer den Sonntag Abend – um Bezug auf den Titel zu nehmen.

Sendeinformationen
Sendelänge: 88:30
Drehbuch – Hartmut Block, Michael Gantenberg
Regie – Florian Kern
Erstsendung – 01.04.2012
Produktionssender – RBB
Arbeitstitel – Kiez
Produktionsfirma – Eikon Filmproduktion
Drehort – Berlin
Bildformat – 16:9
Redaktion – Josephine Schröder-Zebralla

Besetzung
Hauptkommissar Till Ritter – Dominic Raacke
Hauptkommissar Felix Stark – Boris Aljinovic
Lutz Weber – Ernst-Georg Schwill
Ziska Zuckowski – Alwara Höfels
Pit Zuckowski – Christian Blümel
Dagmar Klemke – Nicolette Krebitz
Bülent Delikara – Oktay Özdemir
Edith Welziehn – Renate Krößner
Christa Meinecke – Tatjana Blacher

Stab
Außenrequisite – Christian Krüger
Besetzung/Casting – Uta Seibicke
Filmgeschäftsführung – Tobias Schuster
Kamera – Bernd Fischer
Kameraassistenz – Matthias Mertsch
Kamerabühne – Osée Bechstedt
Kamerabühne – Andreas Fischer
Location Scout – Emilio Winschetti
Produktionsassistenz – Ines Frommholz
Produktionsfahrer – Jürgen Simson
Produktionsleitung – Nadine Sparig
Produzent – Mario Krebs
Regieassistenz – Ralph Polinski
Schnittassistenz – Franziska Menz

Weitere Meinungen und Rezensionen
Spiegel.de: “Um das Ganze zu beschleunigen, müssen die Kommissare die ganze Zeit durch die Stadt düsen, PS-Macho Ritter im Auto, der knuffige Stark auf seinem Rad. Natürlich ist er damit viel schneller im zähen Hauptstadtverkehr – was auch noch zu bemühten Reflexionen über das Thema Mobilität führt. Schade, dass das Berliner Revier nach der smarten Jubiläums-Ausgabe im Oktober wieder in die alte Bescheidenheit zurückfällt.”

Abendblatt.de: “Eine schön-traurige Lakonie durchweht diesen “Tatort”, der auch in den 90er-Jahren hätte gedreht werden können – ein im positiven Sinne altmodischer Krimi. Geld ist der Antriebsmotor fast aller Figuren des Films; es entscheidet über Freund und Feind, oben oder unten, ex und hopp.”

Tittelbach.tv: “Krebitz am Fenster, eine schöne Frau in einer in Agonie liegenden Welt; die Berliner Rush Hour, der Puls der Moderne; die Glastempel der schönen neuen Bankenwelt; das Mimenspiel der Krößner; die muffigen Altbau-Interieurs. Weil dieser Film vieles miterzählt, lässt man sich die simple Struktur eines Whodunit gern gefallen.”

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